Veredlung
Viele unserer Gartenpflanzen, sowohl Nutz- als auch Zierpflanzen werden durch Veredelung herangezogen. So ist der Wunsch manchen Gartenbesitzers selbst die „Kunst“
des Veredelns zu erlernen.
Aus diesem Grund veranstalten Baumschulen, Siedler- und Gartenvereine aber auch Volkshochschulen Kurse um den Nichtprofessionellen aber gärtnerisch interessierten einen Einblick in die Handgriffe des Veredelns zu geben. Die Kunst des Veredelns ist nicht schwer und überdies keine Konkurrenz für die professionellen Pflanzenerzeuger, den Baumschulen. Im Gegenteil – es wurden viele, viele Pflanzenliebhaber dadurch gewonnen.
Zwei Zeitpunkte für eine Veredelung sind gegeben. Das Propfen im Februar/März und das Äugeln (Okulieren) im Juli/August.
Propfen: Reiser (einjährige Triebe) von Obst- oder Ziergehölzen im November/Dezember schneiden und im Keller feucht einschlagen oder in einer Kiste mit Sand feucht halten. Etwa Mitte Februar wird die Pflanze, die umveredelt werden soll abgeschnitten, das Edelreis vorbereitet und unter die gelöste Rinde oder Spalt geschoben. Anschließend wird verbunden und mit Baumwachs verstrichen.
Äugeln/Okulieren: Wird im Juli/August vorgenommen. Die Unterlage, also der Wildling muss gut im Saft sein. Wie für die Pfeiferln, die wir als Kinder aus Weiden, Erlen usw. gemacht haben, muss die Rinde vom Holz gelöst werden. Aus dem gewünschten Edeltrieb wird ein Augenschiffchen geschnitten und unter die Rinde der Unterlage geschoben und verbunden.
Neben Obst werden Zierkirschen, Zierapfel, alle Rosen (Busch oder Stämmchen), ebenso die Beerenobststämmchen, rot- oder buntblättrige Laubgehölze, einige Hänge- oder Säulenformen durch
Veredelung in den Baumschulen herangezogen. Viele der besonderen Nadelgehölze werden veredelt. Dies ist aber viel schwieriger und nur Fachbetrieben vorbehalten.